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An der Zapfsäule

Taxi Hofer | Ein Blog.

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An der Zapfsäule

Susanne Daxelhoffer

Ozapfen. Für einmal nicht an der Zapfsäule, sondern in München, da wo der Müller herkommt. Ja, mit ihm ist es ernst, und lustig. Drum sind wir nach München gefahren. Ich muss ja schliesslich wissen, von welchem Fass ich trinke. In den Biergärten sei man nicht zimperlig, sagt der Müller. Da wird rausgestuhlt, wenn die Sonne scheint. Sag das mal den Beizern in Bern, diesen unlustigen Ordnungsbrüdern. Dabei quellte das Bier im Kloster. Etwas muss man ja haben, ois klar. In München ist alles Palast, sogar die Justiz. Und die Strassen verdammt breit. Wie beim Schleuderkurs. Wir nehmen Kurs auf das Faun, eine Kneipe im hippen Glockenbachviertel. Da fliesst auch tatsächlich der Glockenbach. Ein harmloses Wässerchen, langsamer im Fluss als das Quartier.  Dafür fliesst das Bier zügig. Wir bestellen a Augu, a hoibe Augustiner, Standardgrösse. Das ist noch ein Bier. Und sehr bekömmlich. Also no an Schnitt, die Hälfte von der Hälfte, ein bisschen mehr vielleicht, wenn der Schankwart die Zapfsäule nicht flink genug bedient. Bis Ende Woche hab ich's drauf mit der Bierbestellung, denke ich, während ich aus dem Faun laufe. Ja sauber. Etwas ins Schleudern gebracht hat es mich schon, das Augu. Die Pisten sind breit, zum Glück. Und lang. Ein Schnitzel so gross wie die Schuhsohle vom Müller, im Steinheil 16, mit abgewetzten Schuhsohlen. Letzter Ausschank im hefetrüben Holy Home. Nicht schlecht für einen Montag Abend. Holy cow.

Foto: Taxi Hofer

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